Berater/in für Kunsttherapie und Psychotrauma

Das Angebot „BeraterIn Kunsttherapie und Psychotrauma“ richtet sich an MitarbeiterInnen sozialer, erzieherischer, pflegerischer und unterrichtender Einrichtungen,  sowie Ehrenamtler im sozialen Bereich.

Vor dem Hintergrund, dass das Bewußtsein für einfache und komplexe posttraumatische Belastungsstörungen gestiegen ist, wird es auch in sozialen Berufen immer wichtiger, soweit traumainformiert zu sein, dass ein angemessener Umgang mit traumatisierten Menschen möglich wird. Ein traumainformierter und traumasensibler Umgang bedeutet, bei Verhaltensauffälligkeiten, extremen Reaktionen, dissoziativen Phänomenen auch für traumatische Hintergründe sensibilisiert zu sein und damit einen traumagerechten Umgang zu finden.

Die Weiterbildung „BeraterIn für Kunsttherapie und Psychotrauma“ qualifiziert durch Vermittlung von traumaspezifischem Wissen, methodischen Bausteinen, traumaspezifischen Techniken und dem Erwerb einer Haltung, die für den Umgang mit Traumata notwendig ist. Für die Vermittlung dieser Haltung ist Selbsterfahrung unerläßlich, denn nur wer eigene seelische Prozesse kennt und reflektieren kann, ist den vielfältigen traumaspezifischen Beziehungsdynamiken gewachsen und kann einen traumasensiblen Beziehungsaufbau leisten. Die Kunsttherapie ergänzt mit ihrem vielfältigen Angebot der aktiven Gestaltung und Ressourcenorientierung traumaspezifische Behandlungsverfahren, die in der Weiterbildung gleichermaßen vermittelt werden.

1. Seminar: Traumaspezifisches Basiswissen und Diagnose, Psychotraumatologie und Neurowissenschaften, Symptome aus dem Blickwinkel der Traumatherapie sehen
2. Seminar: Stabilisierungstechniken und die elementare Bedeutung von innerer und äußerer Sicherheit, Möglichkeiten zur  Selbstregulation, Distanzierung und Selbstwirksamkeit
3. Seminar: Arbeit mit inneren Ressourcen, Imaginationstechniken (PITT, nach L. Reddemann) und Ich stärkende bildnerische Arbeit, Förderung von Selbstfürsorge und Selbstschutz, Nutzung künstlerischer Handlungskräfte
4. Seminar: Bindung und Trauma, Beziehungsaufbau und -gestaltung unter Berücksichtigung von trauma-spezifischen Beziehungsdynamiken, Auswirkung unterschiedlicher Bindungserfahrungen auf die Therapie und kunsttherapeutische prozessuale Diagnostik und Intervention
5. Seminar: Bildnerische Arbeit mit Anteilen der Persönlichkeit zur psychischen Stabilisierung und Affektregulation,  Grundlagen von Multiplizitätsansätzen (z.B. IFS von R.C. Schwartz, Ego State Therapie, L. Reddemann)
6. Seminar: Modell der strukturellen Dissoziation, kunsttherapeutischer Umgang mit belastenden Erinnerungen und dissoziativen Störungen, Besonderheiten des Traumagedächtnisses unter Berücksichtigung des Körpergedächtnisses
7. Seminar: Wohltun und Schadensvermeidung, ethische Grundhaltung, Reflexion von Übertragung und Gegenübertragung, Umgang mit Ohnmacht, Umgang mit Belastung und sekundärer Traumatisierung
Ein weiterer Bestandteil sind 2 Supervisionsseminare, die der Reflexion dienen und anhand von Fallbeispielen den traumasensiblen und traumainformierten Umgang üben.

Kosten
2280 €, mtl. Teilzahlung von 190 € möglich

Beginn
September 2020
9 Seminare à 18 UE

Seminarzeiten
Sa. 10.00 bis 18.00 Uhr
So. 10.00 bis 16.00 Uhr

Lehrende
Michaele Dickmeis-Hoven: Trainerin und Coach, Kunsttherapeutin, Fachtherapeutin für Kunsttherapie und Psychotrauma, freischaffende Künstlerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie.
Doreen Röder: Dipl. Soziologin, Interkulturelle Mediation, Coach, Gewaltfreie Kommunikation, Kunsttherapeutin, Fachtherapeutin für Kunsttherapie und Psychotrauma, Poesietherapie, www.imtageeinbild.com
Rolf Schanko: Bildender Künstler, Lehrtherapeut (DGKT), Lehrbeauftragter an der Sigmund Freud  Privatuniversität Wien und Berlin, Councelor (BVPPT), Mitglied des Leitungsteams der Kölner Schule für Kunsttherapie

Hier können sie das Angebot als Flyer herunterladen: BeraterIn