Weiterbildung Traumatherapie

Fachtherapeut: Kunsttherapie und Psychotrauma

Dieses Angebot richtet sich an Kunsttherapeutinnen und Kunsttherapeuten, die sich für ihre ambulanten und klinischen Arbeitsfelder weiter qualifizieren möchten.

Einfache und komplexe posttraumatische Belastungsstörungen werden immer häufiger diagnostiziert. Was heißt das für die kunsttherapeutische berufliche Weiterbildung und Weiterqualifizierung? Es gilt sowohl die Störungen in ihren leichteren und schwereren Ausformungen zu verstehen, als auch den Blickwinkel auf andere Diagnosen wie z.B. Depressionen zu verändern. Schwere Traumata verursachen extremen Stress. Bleibt dieser Stress unverarbeitet, können bei ungünstigem psychosozialen Klima Störungen wie Depressionen, Süchte etc. entstehen. Die Ursachen bleiben häufig hinter den nach außen hin sichtbaren Symptomen verborgen.

Deshalb ist eine direkte qualifizierte Behandlung von aktuellen Traumafolgestörungen und auch ihren komplexen Folgeerscheinungen so wichtig. Die fachtherapeutische Spezialisierung „Kunsttherapie und Psychotrauma“ vermittelt spezielle kunsttherapeutische Methoden, theoretisches Wissen und eine therapeutische Grundhaltung, die diesen Patientinnen und Patienten Rechnung trägt und eine stabilisierende Begleitung ermöglicht.

  1. Seminar (Einführung): Psychotraumatologie und Neurowissenschaften, psychische Störungsbilder aus dem Blickwinkel der Traumatherapie

  2. Seminar: Selbstberuhigung, Selbstregulation, Distanzierung, Selbstwirksamkeit und bildnerische Techniken, sicherer Gegenwartsstandpunkt, gesicherte Baustelle

  3. Seminar: Resilienz- und Ressourcenarbeit, Imagination (nach PITT, Reddemann) und Ich stärkende bildnerische Arbeit, Förderung von Selbstfürsorge und Selbstschutz, Nutzung künstlerischer Handlungskräfte

  4. Bindung und Trauma, Auswirkung unterschiedlicher Bindungserfahrungen auf die Therapie und kunsttherapeutische prozessuale Diagnostik und Intervention, Übertragungsprozesse

  5. Seminar: Bildnerische Arbeit mit Anteilen der Persönlichkeit, Arbeit auf der inneren Bühne, Grundlagen von Multiplizitätsansätzen (z.B. IFS nach R.C. Schwartz, Ego State Therapie)

  6. Seminar: Modell der strukturellen Dissoziation, kunsttherapeutischer Umgang mit belastenden Erinnerungen und dissoziativen Störungen

  7. Seminar: Wohltun und Schaden vermeiden, ethische Grundhaltung, Reflexion von Übertragung und Gegenübertragung, Psychohygiene.

Neben der fachspezifischen Spezialisierung dienen zwei Supervisionsseminare der Reflexion kunsttherapeutischer Handlungsweisen.

Das Abschlussseminar in Form eines Colloquiums dient der Überprüfung der Lerninhalte anhand einer Falldarstellung mit ihrem spezifischen Bildmaterial.

Das Zertifikat lautet „Fachtherapeut: Kunsttherapie und Psychotrauma“

 

Teilnahmevoraussetzung

Abgeschlossene kunsttherapeutische Ausbildung, kunsttherapeutische Praxis in klinischen und verwandten psychosozialen Feldern.

Die Anmeldung erfolgt nach einem persönlichen Vorgespräch.

 

Kosten

2300 €, mtl. Teilzahlung von 191 € möglich

Beginn

27./28. Januar 2018

10 Seminare à 18 UE

Seminarzeiten: Sa. 10.00 bis 18.00 Uhr, So. 10.00 bis 16.00 Uhr

 

Dozenten

Brigitte Biebrach-Schmitt – Kunstpädagogin, Kunsttherapeutin (grad. DGKT, DFKGT), Heilpraktikerin für PT (HPG), Systemische Beratung, Psychotrauma Therapie (PITT), EMDR Therapeutin (EMDRIA), seit 1994 Kunsttherapeutin in der LVR-Klinik Mönchengladbach und in eigener freier Praxis tätig

Eva Jaskolski – Dipl. Kunsttherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kunsttherapeutische Fachbegleiterin für Psychotraumatologie, Freie Künstlerin

Hiltrud Zierl – Dipl. Psych., niedergelassen als Psychologische Psychotherapeutin tiefenpsychologisch fundiert, Kunsttherapeutin (DGKT), Bildende Künstlerin, Curriculare Fortbildung zu Traumaassoziierten Störungen